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Die Toskana

Toskana (italienisch Toscana), Region in Mittelitalien
Einwohnerzahl: ca. 3,6 Millionen
Fläche: 22 992 km²
Größere Städte: Pisa, Grosseto, Florenz
Hauptstadt der Region: Florenz

Die Toskana ist größtenteils bergig. Neben dem Apennin wird die Toskana von zwei weiteren Bergketten durchzogen, den Apuaner Alpen, in denen Marmor gefördert wird, und den Colline Metallifere weiter im Süden, in denen Eisen, Magnesium, Borax und Quecksilber abgebaut werden. Zu den Flüssen der Region zählen der Arno, die Cecina, der Ombrone und der obere Tiber, die alle in das Tyrrhenische Meer münden. Das Klima ist außer in der Maremma, einer Sumpfregion im Süden, mild. Die Landwirtschaft erzeugt Weizen, Mais, Trauben, Wein, Oliven und Tabak. Wolle und Baumwolltextilien, chemische Produkte, Maschinen, Glas und Keramik sind die wichtigsten Industrieprodukte. Geschichte Die heutige Toskana entspricht ungefähr dem ehemaligen Etrurien. Sie wurde von den Römern erobert, die das Land nach seinen Bewohnern, den Tuszi oder Etruskern, Tuszien (Tuscia) nannten. Dann geriet es nacheinander unter ostgotische, byzantinische und langobardische Herrschaft. Schließlich wurde es von Karl dem Großen erobert und einem fränkischen Herzog unterstellt. 1030 wurde Bonifatius II. aus dem Hause Canossa
Herzog von Tuszien. Nach seiner Ermordung regierte seine Gattin Beatrice, bis ihre Tochter, Gräfin Matilda, 1076 das Land erbte. Im Investiturstreit stellte sich Matilda auf die Seite des Papstes und vermachte ihm all ihre Ländereien. Heinrich V., Kaiser des Heiligen Römischen Reiches, beanspruchte das Herzogtum jedoch für sich, und das Erbe Matildas sorgte über ein Jahrhundert lang für Streit zwischen Päpsten und Kaisern. In dieser Zeit erlangten die größeren Städte Unabhängigkeit und Wohlstand. Pisa war zu einer mächtigen Republik geworden. Mittelalter Im 14. Jahrhundert trugen der Dichter Dante, der Maler Giotto, der Humanist Petrarca und der Schriftsteller Boccaccio erheblich dazu bei, dass der Toskana in Kunst und Literatur eine führende Rolle zukam. Der toskanische Dialekt stieg zur Literatursprache Italiens auf. 1406 unterwarf sich Pisa Florenz, das damit die Vorherrschaft in der Toskana gewann. Nach 1434 regierte in Florenz die Familie der Medici. Cosimo I. de Medici, der 1537 Herzog von Florenz wurde, vergrößerte das Herzogtum um Siena, das er von Kaiser Karl V. geschenkt bekam. Dieses Geschenk band die Medici an Spanien, so dass die Toskana fast zwei Jahrhunderte lang unter spanischem Einfluss stand. Jüngere Geschichte 1737 starb das Geschlecht der Medici in der männlichen Linie aus. Gemäß dem Vertrag von Wien (1735) ging das Großherzogtum an Franz Stephan, den Herzog von Lothringen und späteren Kaiser des Heiligen Römischen Reiches, Franz I., über. Großherzog Ferdinand III. wurde 1799 von den Franzosen entmachtet, 1814 wieder eingesetzt und regierte bis 1824. Das Großherzogtum wurde 1859 von den Truppen Viktor Emmanuels II., des Königs von Sardinien, besetzt. 1860 stimmte das toskanische Volk für den Beitritt zum geeinten Italien.